Daan: Die Zeit der Schatten

Die Geschichte Die Zeit der Schatten von Daan hat bei unserem Fantastischen Schreibwettbwerb den 1.Platz in der 6. Jahrgangsstufe erreicht.

Die Zeit der Schatten

Eine Entdeckung
Es war ein ganz normaler Montagmorgen und ich ging unausgeschlafen zur Schule. Ich konnte mich irgendwie nicht richtig auf den Unterricht konzentrieren und schlief fast ein. Danach ging ich mit meinen Freunden in die Mensa. Das Essen war wie immer schrecklich. Auf dem Heimweg schien es noch ein ganz normaler Tag zu werden. Ich wollte gerade die Bücher zum Hausaufgaben machen herausholen, als ich etwas Komisches in meinem Rucksack entdeckte. Es war eine Kugel, in der sich eine Sanduhr befand. Ich drehte die Kugel hin und her und stellte zu meiner Überraschung fest, dass sich die Sanduhr in der Kugel von selbst umdrehte, wenn sie abgelaufen war.

Unerwartete Möglichkeiten
Draußen regnete es in Strömen. Ich saß auf meinem Bett und fragte mich wie diese Sanduhr in meinen Rucksack gekommen ist. Da entdeckte ich einen kleinen Stift an der Seite der Kugel. Neugierig zog ich ihn heraus. Plötzlich blieb die Sanduhr in der Kugel waagerecht stehen. Gleichzeitig hörte auch das Regengeprassel auf. Als ich aus dem Fenster sah, merkte ich, dass auch die Regentropfen stehengeblieben waren und die Bäume sich nicht mehr bewegten. Alles schien stehengeblieben zu sein bis auf mich. Ich ging raus, nass wurde ich ja nicht. Irgendwie war die Zeit angehalten und ich überlegte, ob es etwas mit meiner Sanduhr zu tun haben konnte. Ganz aufgeregt lief ich die Straße entlang. Ich sah stehengebliebene Menschen, Radfahrer und Autos. Das Witzigste waren die Skateboardfahrer, die in der Luft schwebten. Vorsichtig schob ich den Stift wieder in die Kugel mit der Sanduhr. Plötzlich sind die Skateboardfahrer wieder weitergefahren und auch der Rest schien wieder normal weiter zu laufen. Völlig durcheinander wegen dieses Ereignisses ging ich nach Hause, versteckte die Sanduhr unter meinem Kissen und legte mich schlafen. Als ich aufwachte, war ich mir sicher, dass es ein Traum gewesen war. Ich sah vom Bett runter und sah auf meinen Wecker. Es war 7:55. „Warum hat er mich denn nicht geweckt?“, dachte ich mir. Um 8:00 fing die Schule an! Das würde ich nie schaffen. Plötzlich fiel mir etwas ein. Es schien zwar unmöglich, aber vielleicht war der Vorfall gestern ja doch kein Traum. Ich griff unter mein Kissen. Tatsächlich, da war wirklich die Sanduhr. Schnell zog ich den Stift heraus und die Uhr blieb wieder stehen! Jetzt hatte ich alle Zeit der Welt. Ich aß gemütlich mein Müsli und ging zur Schule. Auf dem Weg glaubte ich einen Schatten zu sehen und fühlte mich verfolgt. Aber wahrscheinlich habe ich mir das nur eingebildet. Als ich vor der Klasse stand, steckte ich den Stift wieder in die Kugel und ging in Ruhe in den Klassenraum. „Zeitanhalten ist wirklich praktisch“, dachte ich mir noch.

Eine schreckliche Entdeckung
Nach der Schule mussten wieder die Hausaufgaben gemacht werden, ich wollte aber lieber nach Draußen Trampolin springen. Also hielt ich wieder die Zeit an. Beim Springen sah ich wieder einen Schatten. Ich hatte sie mir doch nicht eingebildet. Das würde bedeuten, dass noch für andere außer mir die Zeit weiterlief. Oder hatten Sie auch eine Sanduhr-Kugel? Aber als ich die Körper zu den Schatten finden wollte, suchte ich vergeblich. Dafür entdeckte ich etwas Furchtbares. Ein Schatten mit einer Sanduhr in der Hand beugte sich über unsere Nachbarin und hielt seine Sanduhr direkt an ihren Körper. Dabei drehte sich die Sanduhr ganz schnell in die entgegengesetzte Richtung. Unsere Nachbarin war schon seit längerer Zeit krank. Jetzt schien sie mir noch kränker zu werden. Mir kam eine schreckliche Vermutung in den Sinn. Konnte es sein, dass die Schatten den Menschen ihre Lebenszeit stahlen? Unauffällig folgte ich dem Schatten. Unglaublicher Weise brachten er mich zum Chinesischen Turm im Englischen Garten.
Der Zeitturm
Rund um den Turm versammelten sich viele Schatten. Es gelang mir nur schwer unbemerkt zum Turm zu gelangen. Als gerade keine Schatten zu sehen waren schlich ich mich in die erste Etage, wo normalerweise die Musikkapelle spielte. Mittendrin stand eine riesige Kugel mit einer Sanduhr. Mehrere Schatten stiegen die Treppe hoch, zum Verstecken gab es hier keine Möglichkeit mehr. In Scharen sind sie hochgelaufen und entdeckten mich. Als sie sich mir immer mehr näherten suchte ich in meiner Verzweiflung nach dem Stift, der auch bei dieser Kugel sein musste. Als ich ihn endlich gefunden habe waren die Schatten nur einen Schritt entfernt. Schnell zog ich den Stift heraus. Im selben Moment blieben die Schatten stehen. „Gerade noch rechtzeitig“, dachte ich mir und überlegte laut: „Wenn man die kleine Uhr anhält, bleibt unsere normale Welt stehen. Wenn man die Große anhält, bleibt scheinbar alles stehen.“ Ich ging langsam die Treppe wieder runter und entdeckte eine Tür, die mir vorher nicht aufgefallen war.

Der Zeithüter
Ich öffnete vorsichtig die Tür und sah in einen völlig schwarzen Raum. Plötzlich fing der große Stift, den ich noch immer in der Hand hielt, an zu leuchten. In seinem Licht sah ich einen bewegungslosen Jungen. Als ich ihn anfasste, schaute er mich an und wollte gerade etwas sagen. Vor Schreck ließ ich ihn wieder los und er wurde sofort wieder bewegungslos. Ich traute mich wieder seine Hand zu nehmen. Er bewegte sich wieder und fragte mich wer ich sei. Als ich im erklärte, dass ich die Schatten verfolgt habe um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen war er sichtlich erleichtert. Ohne meine Hand loszulassen, führte er mich aus dem Raum. „Danke“, sagte er mir, „Wenn du nicht gewesen wärst, müsste ich für immer in diesem zeitlosem Raum gefangen bleiben. Du hast mir meine Energie wieder zurückgegeben.“ „Wer hat dich denn da eingeschlossen?“ fragte ich ihn. Dann erzählte er mir seine Geschichte: „Ich bin der Zeithüter und halte das Gleichgewicht der Zeit. Das befindet sich in der großen Sanduhr. Die Erwachsenen haben das Gleichgewicht gestört, weil sie die Zeit mit unwichtigen Dingen verschwendet haben. Deswegen sind die Schatten entstanden und wollten die Zeit stehlen. Ich wurde verfolgt. Da habe ich meine letzte Sanduhr bei dir in den Rucksack getan. Zum Glück hast du mich gefunden.“ Danach gingen wir zur großen Sanduhr. „Was machen wir jetzt?“, fragte ich ihn „wie bekommen wir unsere Zeit zurück?“. Der Zeithüter grinste mich an und sagte: „Schau dir mal den Stift an, auf der einen Seite ist die Sonne und auf der anderen ist der Mond. Tust du ihn mit der einen Seite rein, wird Zeit erzeugt. Wenn du ihn mit der falschen Seite reinsteckst, wird Zeit verbraucht.“ Ich ließ seine Hand los und steckte den Stift mit der Sonne zuerst rein. Die Schatten verschwanden sofort. „Darf ich die kleine Sanduhr behalten?“ fragte ich den Zeithüter. Aber der schüttelte nur den Kopf: „Das geht leider nicht, sorge lieber dafür, dass du selbst wenn du erwachsen bist deine Zeit nicht verschwendest.“

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s